Weinwissen

Vom Anfänger zum Profi

Rebstock mit Trauben im Herbst
Schluck für Schluck zum Weinprofi

Hier erhalten Sie nützliches, überraschendes und vielleicht für Sie noch unbekanntes Wissen zum Wein.

Die vier Nasen des Weins

1. Nase
Ohne schwenken des Weinglases wird leicht am Wein geschnuppert. So werden erste Aromen wahrgenommen und man erhält einen ersten Eindruck der Fruchtigkeit.
 
2. Nase
Nach dem Schwenken werden durch die Zuführung von Luft die Aromen intensiver. Man bekommt einen Eindruck der Qualität und Komplexität des Weines. Ebenfalls treten mögliche Fehler wie Korken stärker hervor.
 
3. Nase
Nach dem ersten Schluck und dem Verteilen des Weines im Mund werden weitere Aromen freigesetzt. Über eine Verbindung des Nasenrachenraums mit der Nasenmuschel zur Riechschleimhaut wird der Duft jetzt sehr intensiv wahrgenommen.
 
4. Nase
Durch ein Nachriechen im leeren Glas werden abschließende Geruchseindrücke gewonnen. Bestenfalls werden damit die ersten Eindrücke bestätigt und/oder es können dadurch gegebenenfalls bisher noch nicht entdeckte Aromen wahrgenommen werden.
 
Übrigens:
Mit der Zunge nehmen wir nur 5 Geschmacksrichtungen wahr. Süß, sauer, salzig, bitter und umami (fleischig, herzhaft, wohlschmeckend, die Bezeichnung für einen vollmundigen Geschmack). Ca. 80% der Geschmacksstoffe “riechen wir”. Die Aromen gelangen über den Rachenraum an die Riechschleimhaut.

Das Terroir

Terroir - ein kleines Wort mit einer jedoch grossen Bedeutung im Weinbau.
 
Oft wird Terroir auch als Zauberwort in der Weinwelt bezeichnet. Doch was bedeutet es?
Das französische Wort lautet wörtlich übersetzt «Gegend». Im Weinbau steht Terroir für die ganze natürliche Umgebung, in der ein Wein entsteht. Genauer gesagt beinhaltet dies Elemente wie Böden, Klima, Wetter und Topografie. Auch der Mensch beeinflusst den Wein durch die Art der Bewirtschaftung und der Winzer verleiht so dem Wein seine persönliche Handschrift.
 
Ist also jeder Wein Terroir? Nicht ganz - Terroir wird zum Beispiel durch den Einsatz von Kunstdüngern oder künstlicher Bewässerung bereits verfälscht. Wer darüber hinaus im Keller die Weine mit Aromenhefen vergärt, ihnen Säure zuführt oder entzieht, verfälscht ebenfalls das natürliche Ergebnis. Deshalb gelten auch nicht alle Weine als «Terroir-Weine».
Selbst der Ausbau in neuen Barriquefässern ist in Bezug auf Terroir kritisch zu sehen. Neuholz verleiht einem Wein nicht nur Struktur, es aromatisiert ihn außerdem.

Das Auge

Nebst der Nase ist auch das Auge sehr wichtig beim Degustieren. Damit kann man schon einiges über den Wein herausfinden.
 
Neigt man das Glas zu einer weissen Unterlage hin, gibt ein Wein vieles über sich preis. Allein von der Optik ist es jedoch nicht möglich, die Qualität eines Weines zu bestimmen.
 
Viele vermeintliche Weinkenner behaupten, dass sogenannte Kirchenfenster (Schlieren, Tränen), die sich beim Schwenken des Glases bilden, etwas über die Qualität aussagen. Die Tränen haben jedoch eine andere Bedeutung. Diese können Hinweise auf die Konzentration des Alkohols und/oder Zuckers im Wein geben:
- Tränen, die eng beieinander hinabfliessen --> viel Alkohol oder dass der Wein eine hohe Restsüsse (Zucker) hat
- Tränen, die mit einem weiteren Abstand voneinander hinabfliessen --> weniger Alkohol und/oder weniger Zucker
 
 
- Glänzt der Wein wie die Fenster nach dem Frühjahrsputz? Der Wein kann ohne Sorgen getrunken werden.
 
- Schwimmen Sedimente im Wein? Dies ist kein Problem. Der Wein kann einfach dekantiert werden.
 
- Setzen sich kleine Kristalle auf dem Glasboden ab? Das ist Weinstein. Dieser hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack des Weins.
 
- Wirkt der Wein leicht trüb? Je nachdem wollte das der Kellermeister so. Er hat in diesem Fall auf die Filtration verzichtet. Die Trübung hat keine Auswirkungen auf die Qualität.

Weingläser

Spielt die Form und Art des Weinglases eine Rolle?
Weingläser gibt es in Dutzenden von Formen. Mithilfe des richtigen Glases kann man einem Wein das maximale Potenzial entlocken.
Am Anfang empfiehlt sich ein Universalglas. Dieses ist für Weiss- und Rotwein geeignet. Wer jedoch mehr aus seinem Wein herausholen will, kann sich an folgenden Punkten orientieren:
- Rotweinglas mit rundem Bauch und schmaler Öffnung (Triangelform):
Für Weine, die elegante, feine Aromen und einen eher leichten Körper haben wie zum Beispiel Pinot Noir.
 
- Rotweinglas mit gleichmässig breitem Bauch und ähnlich grosser Öffnung:
Für Weine mit wuchtigeren Aromen und kräftigerem oder schwererem Körper wie zum Beispiel Cabernet Sauvignon oder Merlot.
 
- Weissweingalas mit schmalem Kelch und schmaler Öffnung:
Für praktisch alle Weissweine ausser schwere Chardonnays, die für ihren vollen Körper einen grösseren Kelch benötigen.
 
- Weissweinglas für Schaumweine:
Auch Schaumweine können Frucht- und Bäckereiaromen aufweisen. Diese können sich in einem engen Glas (Flûte) nicht entfalten. Deshalb empfiehlt sich hier auch ein Weissweinglas.
 
- Unterschied Rot- und Weissweingals
Rotweine sind in der Regel kräftiger als Weissweine. Deshalb kommen deren Aromen in einem grösseren Glas oft besser zur Geltung.

Serviertemperatur

Die richtige Serviertemperatur ist wichtig für die Entfaltung der Aromen eines Weines. Sie haben jedoch keinen speziellen Weinkühlschrank? Kein Problem, dann können Sie sich an diesem 1x1 für die richtige Temperatur orientieren.
 
  • Weisswein: 10 - 12 Grad Celsius
  • Der Wein ist nicht gekühlt? Ins Gefrierfach für circa 20 Minuten oder in den Kühlschrank für 60 Minuten
  • Roséwein: 9 - 12 Grad Celsius
  • Der Wein ist nicht gekühlt? Ins Gefrierfach für circa 20 Minuten oder in den Kühlschrank für 60 Minuten
  • Schaumwein: 6 - 7 Grad Celsius
  • Der Wein ist nicht gekühlt? Ins Gefrierfach für circa 60 Minuten
  • Rotwein: 14 - 18 Grad Celsius
  • Der Wein ist nicht gekühlt? Ins Gefrierfach für circa 15 Minuten oder in den Kühlschrank für 30 Minuten
(Ein Kühlschrank hat in der Regel circa 7 Grad Celsius.)
 
Einfache Faustregel: Desto leichter ein Wein ist, desto kühler darf er getrunken werden.
 
Gut zu Wissen: Je nach Temperatur nehmen wir andere der charaktergebenden Komponenten eines Weines stärker wahr. In kalten Getränken wirken Säure, Gerb- und Bitterstoffe ausgeprägter. Steigen die Grade, ist unsere Sensibilität für Süsse, Alkohol und Aromen grösser.

Weinflecken entfernen

Wer gerne ab und zu ein Glas Wein trinkt, kann auch mal Wein verschütten. Besonders beim Rotwein kann das schon ärgerlich sein. Zum Glück gibt es ein paar Tricks, wie die Flecken entfernt werden können.
 
Grundsätzlich gilt: Frische Flecken sind einfacher zu entfernen als bereits eingetrocknete Flecken.
 
Mit diesen Tricks geht es am besten:
  1. Mineralwasser mit Kohlensäure
  2. Salz
  3. Glasreiniger bei eingetrockneten Flecken
Weitere Tricks, die Sie ausprobieren können, sind Gallseife, Zitronensaft, Trockenshampoo oder auch Rasierschaum.

Fehlernoten

Immer mal wieder kommt es vor, dass ein Wein Fehlernoten aufweist. Diese zu erkennen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben beim Degustieren. Deshalb stellen wir dir beim heutigen Weinwissen die häufigsten Fehler und ihr typischer Geruch vor.
        • Korken
        • Geruch: Schimmel, nasser Karton, feuchter Keller
            Entstehung: chemische Substanz, die in der Korkrinde entsteht
  • Oxidation
  • Geruch: Miefig, Petrol
      Entstehung: starke Sauerstoffzufuhr in die Flasche (bei Öffnung oder in geschlossener Flasche)
    • Flüchtige Säure
    • Geruch: Essigstich, Essigsäure, flach, herb
        Entstehung: während der alkoholischen Gärung. Bis zu einem gewissen Grad dient die Essigsäure als wichtiger Aromaträger. Mass kann jedoch überschritten werden.
    • Schwefel
    • Geruch: stechender Geruch, Knoblauch, faule Eier
        Entstehung: kann bei frisch abgefüllten Weinen auftauchen, sollte jedoch nach wenigen Minuten verfliegen. Kann auch bei unsauberem Arbeiten während der Weinproduktion entstehen.
Übrigens reagieren nicht alle Menschen gleich empfindlich auf Geschmacksfehler. Das Erkennen der Weinfehler hängt von folgenden Faktoren ab:
  • Empfindliche & ausgeprägte Geruchsnerven
  • Erfahrung
  • Aufmerksamkeit & Konzentration

Bioweinbau

Im Bioweinbau ist es das Ziel, die Reben zu stärken. Deshalb werden angebliche Unkräuter nicht entfernt, sondern man fördert bewusst andere Pflanzenarten daneben. Diese ziehen Nützlinge an und stärken den Boden.

Das Spritzen ist jedoch auch im Bioweinbau nötig und erlaubt. Zum Beispiel darf gegen echten und falschen Mehltau (eine typische Pilzkrankheit) Kupfer und Schwefel gespritzt werden. Im Bioweinbau ist die Kombination aus Düngung, Boden- und Begrünungspflege entscheidend.

Das wirtschaftliche Risiko ist im Bioweinbau höher und der Ertrag kleiner als im konventionellen Weinbau. Deshalb sind in der Schweiz nur gut 10 Prozent der gesamten Rebfläche nach Bio-Vorschriften bewirtschaftet (Stand 2020).
Weniger Ertrag, dafür mehr Qualität? Das lässt sich so direkt nicht sagen. Denn die Qualität wird noch von vielen anderen Faktoren beeinflusst, die nichts direkt mit Bioweinbau zu tun haben. Klar ist jedoch, dass auch der Bioweinbau Weine mit hohem Potential hervorbringt, sorten- und lagentypisch, mit einer Vielfalt an Inhaltsstoffen, einem ansprechenden Säurespektrum und einer Fülle an terroireigenen Aromen.

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit eines Weines - auf diese Faktoren kommt es an:
 
Oft achtet man beim Kauf automatisch auf das Verfallsdatum. Beim Wein gibt es dieses jedoch in der Regel nicht. Wie lange ist also ein Wein haltbar?
 
Die Haltbarkeit wird von vielen Faktoren beeinflusst. So spielt es zum Beispiel eine Rolle, aus welchen Rebstöcken der Wein hervorgegangen ist – je älter der Rebstock, desto länger die Haltbarkeit.
 
Ebenfalls gilt: Je mehr Tannin, Süsse und Säure enthalten sind, desto länger ist der Wein haltbar.
 
In diesem Zusammenhang spielt auch der Alkoholgehalt des Weins eine Rolle, denn Alkohol ist ein zuverlässiges Konservierungsmittel. Wein mit einem höheren Alkoholgehalt lassen sich länger lagern.
 
Wie lange ist ein Wein nach dem Öffnen noch haltbar? Dies hängt davon ab, wie voll die Flasche noch ist. Flaschen mit mehr Wein sind länger im Kühlschrank lagerbar als fast leere Flaschen.

Rosé & Ferderweisser

Wenn rote Trauben nicht gleich Rotwein bedeutet, dann kommt der Rosé und Federweisser ins Spiel.

Doch wie kann man aus roten Trauben einen Wein mit weisslicher Farbe produzieren?

Bei den meisten roten Traubensorten befinden sich die Farbstoffe in der Traubenhaut, das Fruchtfleisch hingegen ist farblos. Geht es nun bei der Rotweinproduktion darum, die Farbe aus der Haut herauszulösen, um damit den Saft einzufärben, ist beim Federweissen und Rosé genau das Gegenteil der Fall. Hier wird die Schale bei der Herstellung nach nur wenigen Stunden vom Traubensaft getrennt. So entsteht eine weisse bis lachs Farbe.

Dekantieren & Karaffieren

Dekantieren und Karaffieren – hierbei wird ein Wein zum Servieren in ein anderes Gefäss einen sogenannten Dekanter/Karaffe umgefüllt.

Doch was ist eigentlich der Unterschied der beiden Methoden und wieso macht man das?
1. Dekantieren: Hierbei wird der Wein vorsichtig von seinem Bodensatz getrennt, der sich über die Jahre bilden kann.

2. Karaffieren: Bei dieser Methode wird dem Wein durch das Umgiessen Luft hinzugefügt. Dadurch können sich die Aromen noch besser entfalten.

Aufgepasst: Nicht bei allen Weinen ist es notwendig oder vorteilhaft, diese zu dekantieren/karaffieren. So verträgt der Blauburgunder zum Beispiel die plötzliche Luftzufuhr nur schwer.

Wein dekantieren

Wie können Sie einen Wein dekantieren?
  1. Die Flasche sollte eine gewisse Zeit senkrecht stehen, damit sich das Depot auf dem Flaschenboden absetzt.
  2. Zünden Sie eine Kerze oder eine Taschenlampe an.
  3. Nehmen Sie den Dekanter in die eine Hand und die geöffnete Weinflasche in die andere Hand. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Flasche beim Öffnen nicht schwenken und das Depot aufwirbelt.
  4. Halten Sie die Weinflasche über das Licht, damit Sie das Depot besser sehen.
  5. Füllen Sie den Wein nun sehr vorsichtig und langsam in den Dekanter um. Achten Sie dabei darauf, dass der Wein nicht einfach auf den Boden plätschert, sondern dem Hals entlang läuft.
  6. Sobald das Depot vor dem Flaschenhals liegt, sofort mit dem Umfüllen aufhören.
  7. Den feinen Tropfen geniessen.

Lagerung

Wie wird ein Wein am besten gelagert?

  1. Temperatur: Konstante Temperatur möglichst ohne Schwankungen bei Jahreszeitenwechsel sowie Tag und Nacht. Je nach Wein empfiehlt sich eine Raumtemperatur zwischen 7° und 18° Celsius.
  2. Licht: Wein dunkel lagern möglichst ohne natürliche oder künstliche Lichtquelle.
  3. Luftfeuchtigkeit: Zwischen 50 und 80 Prozent. Höher sollte die Feuchtigkeit nicht sein, da ein Naturkorken Schimmeln kann.
  4. Lage: Weine liegend Lagern. Bei Weinen mit Naturkorken wird so das Austrocknen vom Korken verhindert.
  5. Stabilität: Der Wein sollte keinen grossen Erschütterungen ausgesetzt werden.

Wichtig: Auch mit diesen Tipps ist nicht jeder Wein für eine lange Lagerung geeignet.

Traubenwickler-Bekämpfung

Haben Sie schon einmal diese braunen Plastikampullen im Rebberg gesehen? Diese Ampullen dienen zur Bekämpfung des Traubenwicklers. Das sind Schmetterlinge (Nachtfalter). Dabei fügen hauptsächlich die Larven den Trauben einen grossen Schaden zu. Die Eier werden in die Borken des Rebstocks gelegt und sobald die Raupen schlüpfen, ernähren sie sich vom Fruchtfleisch und lassen die Trauben so faulen.

Zur Bekämpfung können Winzer:innen entweder giftige Insektizide spritzen oder brauen Plastikampullen im Rebberg aufhängen. Diese Dispenser setzen Pheromone des weiblichen Traubenwicklers frei. Der männliche Traubenwickler wird durch die Duftstoffe so verwirrt, dass er das Weibchen nicht mehr findet und sich somit auch nicht fortpflanzen kann. So können die Schädlinge umweltfreundlich und ohne anderen Pflanzen oder Tieren zu schaden, weitgehendst bekämpft werden.

Damit diese Methode jedoch funktioniert, ist es wichtig, dass nicht nur ein einzelner Winzer die Dispenser im Rebberg installiert. Für einen hohen Schutz müssen diese flächendeckend im Rebberg und in der angrenzenden Umgebung angebracht werden. So kann sicher gestellt werden, dass die «Pheromonen-Wolke» keine Lücken vorweist und die Traubenwickler nicht von der naheliegenden Pflanzen in die Reben finden.

Alkoholgehalt

Jeder kennt die Prozentzahl, die auf dem Weinetikett steht und den Alkoholgehalt eines Weines angibt. Doch was bedeutet diese Zahl und wie entsteht der Alkohol in einem Wein?

Bei der Weinherstellung werden die Trauben gequetscht. Bei diesem Prozess entstehen sogenannte Hefen, welche dann den Zucker im Most in Alkohol umwandeln. Sind die Trauben also schon sehr reif und süss, haben sie mehr Zucker und der Wein somit dann auch einen höheren Alkoholgehalt.

Viele Weine haben einen Alkoholgehalt zwischen circa 9 und 14 Volumenprozent. Bei einer natürlichen Gärung kann kein höherer Alkoholgehalt als rund 15 Volumenprozent entstehen. Bei Weinen mit einer höheren Prozentzahl wurde künstlich Alkohol beziehungsweise Zucker hinzugefügt.

In den vergangenen Jahren oder gar Jahrzehnten ist der Alkoholgehalt in Weinen angestiegen. Dies können die Winzer:innen jedoch nur beschränkt beeinflussen. Durch die steigenden Temperaturen reifen die Trauben mehr, haben mehr Zucker und so schlussendlich auch einen höheren Alkoholgehalt im Wein.

Farbumschlag

Der Farbumschlag ist besonders bei den roten Trauben gut zu sehen. Diese ändern die Farbe von Grün zu Rot, Blau, Violett oder sogar fast Schwarz. Aber auch bei den weissen Sorten kann man beim genauen Hinschauen den Farbumschlag erkennen. Diese wechseln von Grün zu Gelb bis ins Rötliche.
Der Farbumschlag passiert nicht bei allen Beeren auf einmal. Jene, die zuerst befruchtet und am meisten der Sonne sowie der Wärme ausgesetzt wurden, beginnen den Prozess zuerst.
Bei diesem Punkt im Reifeprozess beginnt die Rebe Zucker zu produzieren. Die Haut der Trauben wird dabei weicher und somit auch anfälliger.

AOC Schaffhausen

AOC steht für «Appellation d’Origine Contrôlée» und signalisiert eine hohe Qualitätsstufe und die Herkunft eines Weines. Um die Auszeichnung AOC Schaffhausen zu erhalten, müssen diverse Vorschriften eingehalten werden: Anbaugebiet, Rebsorten, höchstzulässige Ernteerträge und Mindestzuckergehalt.

CO2-Bilanz von Wein

Wie gross ist der CO2-Fussabdruck eines Weines?
 
Die Co2-Bilanz eines Weines wird von diesen drei Hauptfaktoren beeinflusst:
- Weinanbau und -produktion
- Verpackung
- Transport
 
Weinanbau & -produktion
- Chemische Pflanzenschutzmittel verursachen hier die meisten CO2-Emissionen
 
Verpackung
- macht den Hauptteil der CO2-Emissionen aus
- am besten sind leichte Glasflaschen, recycelte Flaschen oder am CO2-freundlichsten Bag-in-Box-Weine
 
Transport
- Lufttransport ist am umweltschädlichsten
- Wein aus Übersee wird oft per Schiff transportiert, was weniger CO2 ausstösst
- regionaler Wein ist am umweltfreundlichsten

Oechslegrad

Wenn es um die Weintraubenernte geht, hört man immer wieder, dass der Oechslegrad besonders wichtig ist. Doch was sagt dieser Wert überhaupt aus?
 
Der Oechslegrad gibt den Zuckergehalt im Most an. Dieser kann im Keller mit der Mostwaage oder im Weinberg mit dem Refraktometer gemessen werden. Für die Winzer und Winzerinnen ist der Wert deshalb so wichtig, weil es einen Anhaltspunkt für die Reife der Trauben gibt.
Mit dem Oechslegrad lässt sich auch herausfinden, wie der Alkoholgehalt eines Weines sein wird, da beim Gärungsprozess Zucker mithilfe der Hefen in Alkohol umgewandelt wird.

Piwi-Rebsorten

Piwi bedeutet so viel wie Pilzwiderstandfähig. Bei Piwi-Rebsorten handelt es sich also um Sorten, die immun gegen Pilzbefall des Echten und Falschen Mehltaus sind.

In der Schweiz sind 283 ha mit Piwi-Rebsorten bestockt, was circa 1.92% der gesamten Rebfläche beträgt. Dabei zählt der Kanton Schaffhausen mit rund 25 ha zu den führenden Kantonen im Piwi-Anbau.

Zu den wichtigsten Piwi-Rebsorten in der Schweiz zählen: Divico, Regent, Cabernet Jura, Johanniter, Solaris und Marechal Foch.

Quelle Informationen: Vinum Magazin

Entstehung Herbstfarben in den Reben

Die Rebberge im Schaffhauser Blauburgunderland bieten zu dieser Jahreszeit ein spektakuläres Bild. Doch wie kommt es zu diesen Rot- und Gelbtönen?

Im Sommer sind gibt es kaum Unterschiede bei den Blättern. Die Reben tragen dann ein grünes Blättergewand. Dies liegt am Farbstoff Chlorophyll. Dieser überlagert über den Sommer die anderen Farbstoffe meist vollständig.
Wenn dann im Herbst die Sonneneinstrahlung schwächer wird, sinkt die Photosynthese-Rate. Es wird weniger grünes Chlorophyll gebraucht und produziert. Die Rebe entzieht nun den grünen Farbstoff aus den Blättern, um diesen beim Blattfall nicht zu verlieren und die Winterkälte zu überstehen.
Da die Rebe die roten Farbstoffe nicht gebrauchen kann, bleibt diese in den Blättern. So entstehen je nach chemischer Zusammensetzung die unterschiedlichsten Herbstfarben in den Reben.

Tannine im Wein

Tannine sind pflanzliche Gerbstoffe, die in den Stielen, Beerenhäuten und Kernen der Trauben vorkommen. Sie verleihen einem Wein Struktur und Haltbarkeit. Einen Eigengeschmack hat die Tannine nicht wirklich, sie kann jedoch eine leichte herbe oder bittere Note hinterlassen.

Für die Trauben hat die Tannine die Funktion, Fäulnisbakterien und Hefen abzuhalten, da sie antiseptisch wirkt.

Beim Rotwein gelangen die Tannine durch die Maischengärung in den Wein. Die erste Gärung findet nämlich mit den Schalen der Trauben statt. Die Gerbstoffe werden aus der Schale extrahiert und sorgen unter anderem für das tiefe Rot bis Rotbraun.

Rebsorten weltweit

Weltweit gibt es laut Expertenschätzung circa 10'000 Rebsorten. Mit Gewissheit kann man das jedoch nicht sagen. Deshalb variieren die Schätzungen auch stark.
Von allen Rebsorten sind etwa 2'500 in den unterschiedlichen Ländern für die Weinproduktion zugelassen. Ein Bruchteil davon (etwa 50) sind schlussendlich von globaler Bedeutung.
Top-Rebsorten in der Schweiz:
Weiss:
  • Chasselas
  • Müller-Thurgau
  • Chardonnay
  • Sylvaner
  • Pinot Gris
  • Petite Arvine
Rot:
  • Pinot Noir
  • amay
  • Merlot
  • Gamaret
  • Garanoir
(Vinum Mai 2021)

Cuvée

Unter Cuvée versteht man einen Verschnitt aus verschiedenen Rebsorten, Lagen oder Rebsorten.
Grundsätzlich kommen zwei verschiedene Zeitpunkte infrage, zu denen unterschiedliche Rebsorten und Lagen verschnitten werden können.

- Einige Winzer vermischen die Trauben bereits beim Keltern. Dies führt dazu, dass das vermischte Traubengut gemeinsam im jeweiligen Gärbehälter gärt.

- Aber auch vom nachträglichen Verschneiden wird häufig Gebrauch gemacht. Dabei werden bereits vergorene Weine miteinander verschnitten, um lediglich während der Lagerung gemeinsam zu reifen.

Flaschengrössen

Je nach Grösse der Weinflasche reifen Weine langsamer oder schneller. Generell gilt: Je größer die Flasche, desto langsamer die Reifung.

Neben den klassischen Flaschengrössen gibt es diverse weitere Füllmengen:
🍾 Piccolo: 250 ml
🍾 Halbe Flache: 375 ml
🍾 Dumpy: 500 ml
🍾 Bouteille: 750 ml
🍾 1-Liter-Flasche: 1.0 l
🍾 Magnum: 1.5 l
🍾 Doppelmagnum: 3 l
🍾 Rehoboam oder Jeroboam: 4.5 l
🍾 Impériale oder Methusalem: 6.0 l
🍾 Salmanazar: 9.0 l
🍾 Balthasar: 12.0 l
🍾 Nebukadnezar: 15.0 l
🍾 Goliath oder Melchior: 18.0 l
🍾 Salomon: 20 l
(Je nach Weinsorte kann die Bezeichnung auch Variieren)

Önophobie

Wir können es kaum glauben, doch es gibt eine Angst vor Wein.
Wie bei allen Phobien besteht auch die Önophobie aus einer unkontrollierbaren, irrationalen Angst, hier vor Wein.

Aromaentstehung

Wie kommen eigentlich Aromen wie Beeren oder Lakritze in den Wein? Mischen die Winzer und Winzerinnen Vanille oder Brombeeren in den Traubenmost? Natürlich nicht. Die Aromen im Wein bilden sich aus chemischen und physikalischen Prozessen in den Trauben und während der Weinherstellung.

Dabei wird zwischen primären, sekundären und tertiären Aromen unterschieden:

  1. Aromen, die aus den Trauben stammen. Die Traube hat dabei lediglich die Aromenvorstufen dazu in sich. Diese kommen während der Herstellung zum Vorschein.
  2. Aromen, die während der Verarbeitung des Traubengutes hervorkommen
  3. Aromen, die während der Lagerung im Tank, Fass und später in der Flasche entstehen, auch Reifearomen genannt

Flaschenformen

Glasflaschen bieten in Bezug auf die Aufbewahrung von Wein zwei große Vorteile: Sie sind völlig geschmacksneutral und lassen einen kontrollierenden Blick auf den Inhalt zu.

Es gibt natürlich diverse Flaschenformen. Fünf haben wir für dich herausgesucht:

  • Schlegel Flasche
  • Burgunder Flasche
  • Bodeaux Flasche
  • Champagner Flasche
  • Bocksbeutel Flasche

Korken

Welcher Einfluss hat der Korken auf den Wein?

Drehverschluss

Der Drehverschluss muss sich oft mit dem Vorurteil herumschlagen, es handle sich dadurch automatisch um Wein von minderer Qualität. Technisch gesehen, erfüllt ein Drehverschluss alle Anforderungen: Er dichtet die Flasche ab, verhindert unangenehme Kellergerüchte im Wein oder zu schnelles Altern durch Sauerstoffkontakt. Ein weiterer Vorteil ist das einfache, rasche Öffnen sowie Wiederverschliessen der Flasche.

Naturkorken

Der Vorteil von Naturkork liegt im Material. Zwar dichtet der Korken gut ab und schützt den Wein vor äußeren Einflüssen, jedoch lässt das natürliche Material auch kleinste Mengen an Sauerstoff durch, wodurch der Wein in der Flasche weiterreifen kann. Ein Korken bietet sich deshalb für Weine an, die nicht jung getrunken werden.

Plastikkorken

Eine weitere Alternative sind sogenannte Synthetikkorken. Sie bestehen aus Kunststoff oder Zuckerrohr und sind günstiger als Naturkorken, ermöglichen aber ebenfalls einen geringen Sauerstoffaustausch. Bei längerer Lagerung geben sie aber möglicherweise Fremdaromen an den Wein ab.

Eiswein

Eiswein ist ein konzentrierter, süsser Wein. Winzer lassen dafür die Trauben im Herbst am Rebstock hängen und wenn der Winter kommt, frieren die einzelnen Beeren ein.

Dadurch wie den Beeren Wasser entzogen. Der Zucker sorgt dafür, dass ein geringer Wasseranteil in den Trauben verbleibt. Beim Pressen erhält man lediglich rund 15% der üblichen Saftmenge einer nicht gefrorenen Beere.

Wie vieles wurde der erste Eiswein zufällig entdeckt. Dieser soll in Dromersheim 1830 gekeltert worden sein. Nach einem schlechten Weinjahr liessen die Winzer die nicht geernteten Trauben, als Futter fürs Vieh doch noch einbringen. Dabei entdeckten Sie, dass die gefrorenen Trauben einen konzentrierten, sehr süssen Most hergaben.

Heute werden für Eiswein ausschliesslich Trauben mit hoher Qualität verwendet. Jede Art von Fäule ist nicht erwünscht.

Die Produktion von Eiswein bedeutet für Produzenten ein hohes Risiko. Ist der Spätherbst eher mild und feucht, faulen die Trauben oder der Frost bleibt im Winter ganz aus. Auch Vogelfrass ist ein Thema.

Weinende Reben

Die Tränen des Weinstocks.

Jährlich im Frühling beginnt dieses Naturphänomen. Mit den steigenden Temperaturen erwacht die Rebe aus der Winterruhe und der Stock beginnt zu leben.

Nach dem Rebschnitt beginnen die Reben zu bluten oder zu weinen. An der offenen Schnittstelle tritt das sogennante Rebwasser oder Rebblut aus. Der Wundsaft wirkt dabei desinfizierend und schützt die Rebe vor bakteriellen Eindringlingen.

Geschein

Hast du schon einmal von Gescheinen gehört?
 
Als Geschein bezeichnet man im Weinbau den länglichen, rispenartigen Blütenstand, den du aktuell im Rebberg beobachten kannst.
Jedes Geschein hat eine Vielzahl an Knospen, aus denen während der Rebblüte einzelne Blüten entstehen.
Der Name kommt vom Aussehen der Knospen der Gescheine: diese scheinen bereits wie Weintrauben zu sein.

Orange Wine

Orange Wine zeichnet sich nicht nur durch seine Farbe aus. Auch durch seine Herstellung zählt er als vollkommen eigenständiger Weintyp.

Es handelt sich um einen Weisswein, der wie ein Rotwein hergestellt wird.

Die Weissweintrauben werden mit den Beerenschalen vergoren und extrahieren dadurch mehr Tannine und Farbstoffe aus den Beerenschalen.

Dessertweine

Dessertweine sind definitiv eine süsse Verführung für den Gaumen!
 
Bei der Herstellung von Dessert- oder Süssweinen werden Trauben mit hohem Zuckergehalt verwendet. Durch längere Reife am Rebstock oder die Trocknung der Trauben werden die kostbaren Zucker- und Aromastoffe konzentriert. Bei der anschliessenden Gärung verwandelt sich ein Teil des Zuckers in Alkohol, ein anderer Teil des Fruchtzuckers bleibt aber zurück und verleiht den Dessert- u. Süssweine ihren charakteristischen Geschmack.

Pinot Noir, Blauburgunder...

«Ich mag Pinot Noir, Blauburgunder habe ich aber nicht so gern.»

Wir erklären, wieso diese Aussage nicht wirklich Sinn macht.

Eigentlich ist es ganz einfach. Ob Blauburgunder, Pinot Noir, Spätburgunder, Pinot Nero oder Klevner - schlussendlich reden wir hier bei allen Begriffen von ein und derselben Traubensorte.

Gemäss Wikipedia gibt es sogar 378 Synonyme für Pinot Noir.

Eichenfass vs. Stahltank

Eichenfass und Stahltank sind mehr als nur einfache Behälter. 🍇 Es handelt sich bei der Reifung des Weins darin um zwei sehr unterschiedliche Ansätze der Weinbereitung.

Stahltanks: Stahltanks sind gängig in Weinbetrieben weite verbreitet. Siebieten Vorteile wie einfache Kühlung, Sauberkeit und Platzeffizienz. Sie bewahren die Aromen und den Terroircharakter des Weines. Zudem wird eine Sauerstoffzufuhr verhindert. Meist werden Stahltanks bei uns für frische Weißweine und traditionelle Rotweine genutzt.

Eichenfass: Holzfässer, besonders Barriques, haben in der Weinwelt einen besonderen Status. Sie verleihen Aromen, Tannin und können Farbe und Geschmack zum Positiven verändern. Vorteile sind minimaler Luftaustausch und eine harmonische Reifung, neigen aber zu Verdunstungsverlust. Holzfässer passen eher für tanninreiche Sorten, subtile Weine vertragen weniger Holzeinfluss, da dieser zu dominant werden kann.

Pet Nat

Was ist ein Pet Nat? 🍇 Die Bezeichnung steht für Pétillant Naturel und beschreibt einen Schaumwein, der mithilfe der Methode Ancestrale erzeugt wird. Dies ist die alte, ursprüngliche Tradition der Schaumweinherstellung. Dabei wird der noch im vollen alkoholischen Gärprozess befindliche Most in Flaschen abgefüllt, um dort die Fermentation abzuschliessen.

Zudem wird beim Pet Nat kein zweiter Gärprozess durch die Zugabe eines Hefe-Zucker-Gemischs initiiert.

Quellen des Weinwissens: Buch «Endlich Wein Verstehen von Madelyne Meyer»: Terroir, Auge, Weingläser, Serviertemperatur, Weinflecken, Fehlernoten

Restliche Weinwissen: Eigenes Wissen und diverse online Quellen