Blauburgunderland

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Schaffhausen. Die Heimat des Blauburgunders.

Der Weinbaukanton Schaffhausen präsentiert sich heute in Hochform. Seine Winzer und Weinproduzenten sind so gut ausgebildet wie nie zuvor. Im Einklang mit der Natur – integrierte Produktion (IP) ist Standard – und mit Hilfe einer klug eingesetzten Kellertechnik erzeugen sie in einer früher nie für möglich gehaltenen Dichte fabelhafte Weiss- und Rotweine – frische, süffige Apéro-Tropfen, aber auch kräftige, harmonische Essensbegleiter. Der Blauburgunder spielt die Hauptrolle. Drei von vier Rebstöcken tragen Pinot-Noir-Trauben. Sekundiert wird er von unzähligen anderen Rebsorten wie Riesling-Silvaner oder Chardonnay, Diolinoir oder Merlot.
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Die erfreuliche Gegenwart verstellt den Blick auf die reiche Geschichte: Schon die Römer dürften auf dem Reiat und am Randen Reben gepflanzt haben. Die Klöster belebten die Tradition neu. Schriften bezeugen, dass das Schaffhauser Kloster zu Allerheiligen spätestens im Jahr 1100 eigene Reben in Hallau besass. Die Ordensleute benötigten den Wein für die Feier der heiligen Messe. Er begleitete sie aber auch durch den Alltag. Laut Benediktinerregel hatte jeder Mönch eine grosszügige Ration Wein zugute. Im Mittelalter zog sich ein dichter Rebgürtel von Stein am Rhein über Thayngen, Schaffhausen bis in den Klettgau. Am Ende des 16. Jahrhunderts betrug die Rebfläche gegen 1000 Hektaren – doppelt so viel wie heute. Dank der Rheinschifffahrt florierte der Export. Rheinabwärts wurde Salz transportiert, rheinaufwärts über den Bodensee nach Bregenz, Bayern und Tirol Fässer voller Wein. Umschlagplatz war Schaffhausen. Mit der Einführung des deutschen Zollvereins 1835 gingen die süddeutschen Absatzgebiete verloren. Die aus den USA importierten Rebkrankheiten, Wirtschaftskrisen und die Ausweitung der Wohnquartiere beschleunigten den Rückgang der Weinproduktion. Zwischen 1910 und 1930 schrumpfte die Rebfläche auf 320 Hektaren. Sachte ging es danach wieder aufwärts. Die Gründung der GVS-Weinkellerei 1934, in der sich verschiedene Winzer zu einer Genossenschaft zusammenschlossen, ist eine der Ursachen. Zudem wurden mit dem Blauburgunder und dem Riesling-Silvaner die richtigen Rebsorten gefördert. Der Hallauer und der Wilchinger wurden landesweit bekannt. Zu Beginn der neunziger Jahre setzte vollends der Aufschwung ein. Einzelne kleinere Weingüter ebneten den Weg mit charaktervollen Gewächsen. Die grösseren Betriebe zogen nach. Ein frischer, dynamischer Geist beseelt seither die Winzer im Blauburgunderland.

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Das Geheimnis des Blauburgunders

Das milde, trockene Klima und die kalkreichen, nährstoffreichen Böden schenken Schaffhausen fruchtige, würzige und elegante Blauburgunder.
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Schaffhausen spielt eine ganz besondere Rolle in dieser Liebesbeziehung zum Pinot Noir: Nirgends in der Schweiz wird so viel Blauburgunder angepflanzt wie im Norden des Landes. Insgesamt beträgt der Anteil der Sorte an der Gesamt-rebfläche dreissig Prozent – in Schaffhausen sind es fast siebzig Prozent. Der Branchenverband Schaffhauser Wein hat deshalb trefflich gehandelt, als er 2002 die Rebberge des Kantons zum «Blauburgunderland» proklamierte. Über neunzig Prozent der Branchenmitglieder unterstützten die Initiative und unterzeichneten als eine Art Magna Charta die sieben Leitsätze des Blauburgunderlandes.

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Was prädestiniert Schaffhausen zur Heimat des Blauburgunders? Die Sorte liebt zum einen das gemässigte, eher kühle Klima; nicht zu regnerisch, aber auch nicht zu trocken soll es sein. In Schaffhausen findet sie exakt diese Bedingungen. Der nahe Schwarzwald, der Randen und der Reiat spenden Wind- und Regenschatten. Die jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich auf ideale 800 bis 900 Millimeter. Die Sonne begleitet das Wachstum mit freundlicher Gelassenheit. Die Nebelbildung ist gering, was im Herbst ein Vorteil bei der Ausreifung der Trauben ist.

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Der Blauburgunder gedeiht zum andern besonders gut auf kalkreichen, nicht zu schweren, durchlässigen, nährstoffreichen Böden. Dann bildet er die gehaltvollen, mineralischen Weine mit verführerischer Fruchtigkeit aus, die wir so gerne trinken. Die Rebberge von Schaffhausen bieten in der Mehrheit genau diese Voraussetzungen. Vor 50 000 Jahren mäanderte der Rhein durch den Klettgau, das bedeutendste Anbaugebiet des Kantons, und hinterliess Kalke und Tone, die als Schotter liegenblieben. Die Bodenverhältnisse ähneln damit jenen des Burgunds, dessen Pinot Noirs das Mass der Dinge sind.

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Vier Regionen im Blauburgunderland

So abenteuerlich den Gebietsunkundigen die Geografie von Schaffhausen mit ihren Exklaven und Abstechern nach Baden-Württemberg anmutet, so unübersichtlich und verstreut erscheinen ihm die Weinbaugebiete. In zwanzig Gemeinden wird auf 483 Hektaren Wein erzeugt. Man unterscheidet vier Regionen: Klettgau, Schaffhausen/Reiat, Stein am Rhein im oberen und Buchberg/Rüdlingen im südlichen Kantonsteil.
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Klettgau

Der Klettgau liegt in ländlicher Abgeschiedenheit, besitzt eine lange Grenze zu Deutschland und ist mit 389 Hektaren Rebfläche Schaffhausens bedeutendstes Weinbaugebiet. Von Gächlingen über Oberhallau und Hallau bis Trasadingen erstreckt sich der grösste zusammenhängende Rebberg der Deutschschweiz – sanfte Hügellagen am Rande des Randen. Die tiefgründigen Böden bestehen aus kalkreichem Lehm und bieten dem Blauburgunder hervorragende Voraussetzungen. Zentrum ist das nur 2000 Einwohner zählende Winzerdorf Hallau, von weitem schon erkennbar an seinem Wahrzeichen, der Bergkirche St. Moritz. Sein Wein, der rote Hallauer aus der Blauburgundertraube, galt lange Zeit als Aushängeschild des Schaffhauser Weinbaus und ist heute noch einer der bekanntesten Rotweine der Schweiz.

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In nicht immer ganz inniger Konkurrenz zu Hallau steht das Winzerdorf Wilchingen am Fusse des Südrandens. Seine Hauptlagen – die eine gegen Hallau, die andere gegen Osterfingen gerichtet – ergeben durch ihre unterschiedliche Bodenzusammensetzung in der Assemblage einen ganz eigenständigen Blauburgunder. Zusammen mit dem benachbarten Osterfingen bildet Wilchingen mit 97 Hektaren Fläche das zweitgrösste Rebbaugebiet des Kantons. Die Böden dort liegen auf kiesigem Moränengrund und gelten als etwas leichter. Besonders stolz ist Osterfingen auf die mitten in den Rebbergen gelegene Bergtrotte aus dem Jahr 1584. Sie wird als Herzstück der Genussregion Wilchingen Osterfingen Trasadingen umfassend restauriert und zu einem Zentrum des Pinot Noir im Blauburgunderland ausgebaut.

 

Eine Fussnote wert ist die Weinbaugemeinde Löhningen. Sie stellt einen weissen Flecken dar im Blauburgunderland: Von elf Hektaren Reben sind nicht weniger als 7,2 Hektaren mit Riesling-Silvaner bepflanzt.

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Schaffhausen, Reiat und Umgebung

Die Stadt Schaffhausen war im Spätmittelalter mit ihrer strategisch wichtigen Lage nahe am Rheinfall das Zentrum des Ostschweizer Weinbaus. Rund 300 Hektaren Reben sollen sich in dieser Blütezeit wie ein Gürtel um die Altstadt geschlungen haben. Heute trotzen noch sieben Hektaren der Bautätigkeit. Sie bilden zusammen mit dem Reiat im Nordosten des Kantons eine ebenfalls blauburgunderdominierte Weinregion von 28 Hektaren Grösse.

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Dessen Hauptort Thayngen ist schon seit 300 Jahren für seine exzellent gelegenen Reblagen bekannt und erlebte in jüngster Zeit eine kraftvolle Renaissance als Weinbauerndorf.

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Stein am Rhein

Im oberen Kantonsteil konzentriert sich der Rebbau auf die steil zum Rhein niederfallenden Reblagen des Wolkensteins zwischen Stein am Rhein und Hemishofen. Die Anbaufläche beträgt 32 Hektaren. Die Böden sind, anders als etwa im Klettgau, flachgründiger, sandig-kiesig und damit leichter. Sie ergeben in der Regel eher zartere, aber umso finessenreichere Weine.

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Buchberg/Rüdlingen

Die beiden Weinbaugemeinden Buchberg und Rüdlingen im unteren, südlichen Kantonsteil sind von Deutschland und vom Kanton Zürich umgeben. Rebbau soll da schon im Mittelalter betrieben worden sein. Buchberg ist die fünftgrösste Weinbaugemeinde von Schaffhausen. Zusammen mit Rüdlingen werden in der Exklave auf 33 Hektaren Reben bewirtschaftet. Der Boden besteht aus Molassesandstein und Mergel. Der beschaulich an den Reblagen vorbeifliessende Rhein sorgt für ein ausgeglichenes, mildes Klima. Die Weine, überwiegend Blauburgunder, sind besonders gehaltvoll und elegant.

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Sieben Leitsätze

Die Weinbauern, Kellermeister und Händler im Schaffhauser Blauburgunderland haben sich verpflichtet, nach den sieben Leitsätzen zu handeln:

Blauburgunder.

Der Blauburgunder ist die historisch und kulturell gewachsene Basis unseres Weinbaus.

Qualität.

Es gibt für uns nicht einen Blauburgunder-Wein, sondern eine Vielfalt. Für alle Zielgruppen (Weintrinker, Weinfreunde, Weinkenner) streben wir die bestmögliche Qualität und den höchsten Trinkgenuss an.

Natur.

Der Schutz der Natur und Landschaft liegt uns am Herzen – deshalb pflegen wir einen naturnahen Anbau.

Erlebnis.

Das «Schaffhauser Blauburgunderland» wollen wir über den Wein hinaus zu einem Erlebnis machen.

Identifikation.

Wir alle zusammen verkörpern die Idee «Schaffhauser Blauburgunderland» und sorgen dafür, dass für die Gäste und Kunden aus vielen Einzelteilen ein Ganzes wird.

Fairness.

Wir anerkennen, dass auch andere Regionen guten oder sogar sehr guten Blauburgunder herstellen.

Förderung.

Wir setzen alles daran, die Qualität und Weiterentwicklung des Blauburgunders zu fördern.

Der Beirat des Schaffhauser Blauburgunderlandes

Er unterstützt und begleitet das Blauburgunderland in seinem Streben nach Qualität. Jeweils im August beurteilt er die Weine nach internationalen Massstäben.

Hans Bättig

Mäni Frei

André Jaeger

Andreas Keller

Peter Keller

Martin Kilchmann

Chandra Kurt

Paul Liversedge

Philipp Schwander

Ueli Schweizer

Britta Wiegelmann

Weinkonzepte

Kommunikationsberater und Unternehmer

Gastronom und Unternehmer

Weinjournalist

Weinjournalist

Autor und Weinjournalist

Autorin, Verlegerin, Weinjournalistin

Master of Wine

Master of Wine und Unternehmer

Redaktor

Autorin und Weinjournalistin

Die wichtigsten Zahlen zum Schaffhauser Blauburgunderland

  • 20 Weinbau-Gemeinden
  • 500 Hektaren Reben (an drei von vier Rebstöcken wächst die Blauburgundertraube)
  • 19 Weinkellereien
  • 17 grössere Selbstvermarkter
  • 500 Winzerinnen und Winzer (hauptberuflich oder in der Freizeit)
  • 15 Mio. Franken Traubenumsatz pro Jahr

So ist das Schaffhauser Blauburgunderland organisiert

Delegierte

Einkellerei-Verband

  • Dr. Pablo Nett, GVS Weinkellerei, Präsident
  • Peter Rahm, Weinkellerei Rahm, Hallau
  • Markus Hedinger, Hedinger Weingut & Kellerei, Wilchingen
  • Thomas Wettach, VOLG Weinkellereien
  • Thomas Meier, Weingut Lindenhof, Osterfingen
  • Stefan Schlatter, Schlatter AG, Hallau
  • Mariann Stamm, WeinStamm, Thayngen

 

Weinbau-Verband

  • Vino (Jakob) Stoll, Osterfingen
  • Christian Roth, Hallau
  • Andreas Rüedi, Trasadingen
  • Andreas Florin, Stein am Rhein
  • Markus Müller, Löhningen
  • Marlis Gloor, Rüdlingen
  • Markus Hallauer, Hallau

 

Beisitzer (mit beratender Stimme)

  • Markus Leumann, Rebbaukommissär SH/TG
  • Kurt Seiler, Kantonschemiker

 

Geschäftsführer (mit beratender Stimme)

  • Beat Hedinger

Vorstand

  • Dr. Pablo Nett (Präsident), GVS-Weinkellerei Schaffhausen
  • Markus Hedinger, Sunneberg-Kellerei Wilchingen
  • Peter Rahm, Weinkellerei Rahm, Hallau
  • Thomas Wettach, VOLG Weinkellereien
  • Christian Roth, Vizepräsident Schaffhauser Bauernverband
  • Vino Stoll, Präsident Rebbaugenossenschaft Osterfingen

Geschäftsstelle

  • Beat Hedinger, Geschäftsführer
  • Theresia Derksen, Sekretariat
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Die ganze Vielfalt mitten in Schaffhausen

Im Haus der Wirtschaft am Herrenacker 15 in Schaffhausen finden Sie die ganze Vielfalt des Schaffhauser Blauburgunderlandes – zum Degustieren und Kaufen werden über 60 Weine präsentiert.

Für Firmen, Vereine und Gruppen steht das Vinorama für Degustationen, Apéros und Events zur Verfügung.
Reservation: Tel. 052 632 40 20, info@blauburgunderland.ch

Öffnungszeiten

Oktober bis April

Montag

Dienstag bis Freitag

Samstag

geschlossen

10 bis 12.30 und 13.30 bis 17 Uhr

10 bis 14 Uhr

Mai bis September

Montag

Dienstag bis Freitag

Samstag

13.30 bis 18 Uhr

10 bis 18 Uhr

10 bis 15 Uhr

Geschlossen an Schweizer Feiertagen